Sie haben sich für Variante 3 entschieden: Tobias Hintermüller akzeptiert seine Krankheit.

„Ich wähle keine der beiden Behandlungen, sondern versuche, meine Krankheit zu akzeptieren.“
„Oh“, sagte der Arzt enttäuscht und ließ die Axt wieder unter seinen Schreibtisch verschwinden. „Wenn Sie es sich doch noch einmal anders überlegen, kommen Sie vorbei. Jederzeit!“
Doch nachdem er die Praxis verlassen hatte, verschwand das Unwohlsein auf der Stelle und eine große, für den schüchternen Tobias Hintermüller eigentlich untypische Ausgelassenheit machte sich in ihm breit. Das alles haben Sie ermöglicht. Sie haben der Versuchung widerstanden, eines der anderen beiden Enden zu lesen, die sich wahrscheinlich ein bisschen spannender und unterhaltsamer angehört haben. Vielleicht wäre das auch so gewesen, Sie wissen nun natürlich nicht, wie die Geschichte in diesen Fällen ausgegangen wäre… aber eigentlich braucht Sie das ja auch gar nicht zu interessieren, denn Sie haben die richtige Entscheidung getroffen. Bravo.
„Vielen lieben Dank!“, schloss sich Tobias Hintermüller an und blickte Ihnen mit einem freundlichen Lächeln ins Gesicht. Seine Ausgelassenheit entwickelte sich nun zu Euphorie und schon bald darauf zu Ekstase. „Ich bin Tobias Hintermüller!“, rief er aus vollem Halse, während er einen gewaltigen Luftsprung machte. „Und das ist auch gut so! Ich bin Tobias Hintermüller, mit all meinen Schwächen, mit all meinen Fehlern!“ Zu diesen Fehlern gehörte auch, dass er die Straßenbahn, die von rechts angerauscht kam, völlig übersah. Vorsicht, Tobi! Aber all unsere Rufe waren vergebens, sie kamen zu spät. Er war nicht sofort tot, sondern ging langsam und elendiglich zugrunde.


ENDE

Spaltung – Variante 3

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